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Soziale Ablehnung tut weh

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Lasst Euch nicht Euer Herz brechen!
Seht es mit Freude und bedankt Euch
für die Zeit, die Ihr mit Euren
Freunden verbringen durftet!

Alles ist vergänglich, auch die Freundschaft!

Vielen zerreißt es richtiggehend das Herz, wenn sie von einem geliebten Menschen verlassen werden. Jeder, der das bei einem anderen oder am eigenen Leib erfahren hat, weiß, wie weh es tun kann, zurückgewiesen zu werden. Auch, wenn man vielleicht sogar damit gerechnet hat, dass die Beziehung bald vorbei ist. Mit diesen starken Schmerzen rechnet kaum einer. Und dann fühlt man sich doch innerlich wund gescheuert oder wie von einer schweren Grippe gemartert.

Zurückweisung und Ablehnung tun weh. Das muss nicht immer eine Liebesbeziehung sein. Manchmal entwickeln sich auch Freundschaften auseinander. Der andere scheint kein so großes Interesse mehr an gemeinsamen Treffen zu haben. Und auch darunter kann man stark leiden.

Manchmal sind es auch nur Kleinigkeiten, die uns doch mehr unter die Haut gehen, als wir erwarten. Zum Beispiel, wenn jemand eine Verabredung absagt, auf die man sich sehr gefreut hat. Oder, wenn der Bekannte nicht zurückruft, obwohl man eine Nachricht auf seinem Anrufbeantworter hinterlassen hat. Man bekommt den Eindruck, ignoriert zu werden. Auch das tut weh. Womöglich fühlt man sich wieder wie ein kleines Kind, das nicht mitspielen darf oder als Letzter in die Mannschaft beim Schulsport gewählt wird.

Viele von uns denken dann: „Ist doch Quatsch, jetzt enttäuscht zu sein.“ Wir meinen, dass uns solch kleine und große Zurückweisungen nicht belasten sollten. Wir sind doch alle Erwachsene. Und die sollten nicht so reagieren wie kleine Kinder, die auf dem Spielplatz weinend am Rand stehen, weil sie mal nicht mitspielen dürfen.
Säbelzahntiger und andere Bedrohungen

Bestimmt sind wir erwachsen, der eine mehr, der andere weniger. Aber unser Gehirn reagiert trotzdem erst einmal, wie es schon immer reagiert hat. Damit meine ich nicht nur unsere kindlichen Reaktionen, sondern die Zeiten, in denen es existenziell wichtig war, sein Leben in Gemeinschaft zu leben. Vor hunderten und tausenden von Jahren.

Neurowissenschaftler haben herausgefunden, dass Zurückweisung, Ablehnung und „Nicht-mitspielen-Dürfen“ unser Gehirn an der gleichen Stelle aktivieren wie körperliche Verletzungen oder Erkrankungen. Diese Stelle nennen Wissenschaftler das Schmerzzentrum. Für unser Schmerzzentrum im Gehirn macht es also erst einmal keinen Unterschied, ob wir einen Bandscheibenvorfall haben oder von einem Menschen verlassen werden. Wenn Zurückweisung, Ablehnungen oder Ignoriertwerden weh tut, nennt man das in den Neurowissenschaften „soziale Schmerzen“. Diese sozialen Schmerzen haben wir aus gutem Grund. Als wir Menschen noch von wilden Tieren angegriffen wurden, stellte sich heraus: Evolutionsbedingt kamen Menschen besser durch, die in einer Gemeinschaft gut eingebunden waren. Die anderen wurden z. B. vom Säbelzahntiger gefressen oder erfroren, weil sie auf sich allein gestellt nicht gut genug für sich sorgen konnten. Die Menschen, denen es weh tat, wenn sie aus einer Gemeinschaft ausgeschlossen wurden, waren die besser angepassten Menschen und überlebten leichter.

Unser Gehirn hat sich an diese Anforderungen angepasst. Und bislang hat es diesen Zusammenhang von sozialer Ausgrenzung mit körperlich empfundenen Schmerzen nicht „verlernt“. Es tut uns immer noch weh, wenn uns jemand ablehnt oder zurückweist.

Meist ist dieser Zusammenhang sehr unangenehm. Wer würde nicht gerne weniger leiden, wenn er verlassen wird? Oder würde nicht gerne cooler damit umgehen, wenn er als einziger aus dem Bekanntenkreis nicht zu einer Party eingeladen wird?

Das Gute ist, dass uns dieses Wissen helfen kann, mit Zurückweisung und Ablehnung besser umzugehen.

Quelle und weiter:

http://www.zeitzuleben.de/23649-aus-der-gehirnforschung-soziale-ablehnung-tut-weh/

Und hier noch ein guter Artikel:

http://www.pm-magazin.de/r/mensch/ablehnung-bricht-das-herz

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