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Das Internet – Ein revolutionärer Selbstläufer?

Das Internet ist eine Vernetzung, die ihresgleichen sucht. Mit einer ebenso rasanten Entwicklung. Ich kann mich noch an die ersten Tage erinnern, als ich Zugang zum Netz erhielt. Es war gigantisch, obwohl es so vor sich herschneckte, dass man schon fast einen Kaffee zwischendurch kochen konnte, wenn man eine Seite laden wollte, die mit einem Bild bestückt war.

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Trailer – EUPOLY – Ein europäischer Alptraum

Europoly

„Würden die Menschen das Geldsystem verstehen,
hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“

„Wer immer tut, was er schon kann,
bleibt immer das, was er schon ist.“

Henry Ford

Wir hatten die Revolution schon!

Und zwar Scheibchenweise, deshalb fällt sie nicht so ins Gewicht. Der Mainstream berichtet nicht darüber und sonst ist Europa auch nicht vereint. Jedes europäische Land ist eine Bombe, mit einer brennenden Lunte, bei einigen ist sie schon hochgegangen. Bei anderen ist es noch zu erwarten. Wer wird das nächste Land sein?

Immer häufiger eskalieren Demos und Proteste, was meist durch übertriebene Gewalt der Staatsorgane hervorgerufen wird. Ob in der Türkei, Spanien, Griechenland oder nun auch Deutschland, die Belange und Wünsche der Bürger werden mit dem Knüppel oder Tränengas begradigt. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sollte anders aussehen. Wir haben einige clips zusammengeschnitten um zu zeigen wohin die Reise geht. Polizeistaaten soweit das Auge reicht? Bricht bald der europäische Frühling aus, oder wird man zu noch härteren Mitteln greifen um die Macht zu erhalten?

Jens B. – YouTube-Kanal

Diese fünf Minuten-Info müsste eigentlich schon ausreichen, damit die Menschen es begreifen, wer es immernoch nicht begriffen hat, der soll sich den ganzen Film kaufen und anschauen.

Stéphane Hessel: EMPÖRT EUCH!

Dieser Film hat schon fast einen künstlerischen Wert:

DIE STREITSCHRIFT VON STÉPHANE HESSEL
ALS FILM VON TONY GATLIF

Energie und Talent von Filmemacher Tony Gatlif tragen den Dokumentarfilm. „Empört Euch!“ steht in der Tradition des gleichnamigen, weltweiten Bestsellers des Lyrikers und ehemaligen Résistance-Kämpfers Stéphane Hessel und zeichnet das Bild einer Welt, die aus dem Ruder läuft, in der sich aber auch neue Hoffnungen und Wege auftun.

Die Krise des Finanzmarktes ist für viele Menschen längst zu einer persönlichen Krise geworden. Und aus dieser Krise hat sich zunächst ein Aufschrei „Empört Euch!“ entwickelt. Der ist dann zu einem Buch geworden, in dem der Lyriker und ehemalige Résistance-Kämpfer Stéphane Hessel seine Botschaft gegen den Finanzkapitalismus und für eine pazifistische Welt verkündet. Jetzt hat Tony Gatlif einen Dokumentarfilm gemacht, der diese Stimmung wiedergeben soll.

Gatlif fürchtet, dass die gegenwärtige düstere Zeit in noch Schlimmeres münden könne. Er fürchtet den Ausbruch fremdenfeindlicher und rassistischer Gewalt, gar einen Krieg der Zivilisationen, bei dem sich die Völker – sich auf ihren jeweiligen Gott berufend – gegenseitig bekämpfen.

Der Filmemacher ist der Ansicht, dass dieser furchterregenden Entwicklung auch mit künstlerischen Mitteln – sei es Film, Musik, Bildende Kunst oder Literatur – begegnet werden muss. Und diese Gegenbewegung muss bald wirksam werden, denn die Zeit wird knapp.

Empört Euch!

Selbst denken: Eine Anleitung zum Widerstand

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Na, da geht doch was!

Sapere aude!

„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Ich hab mir das Buch noch nicht zugelegt,
aber ich liebäugele damit, mal abwarten!

In seinem neuen Buch ruft Harald Welzer zum Widerstand gegen vermeintliche Alternativlosigkeiten auf. Im Gespräch mit 3sat (unbedingt anschauen!) erklärt der Sozialpsychologe außerdem, warum Veränderung Freude macht und machen muss.

Unsere Wirtschaft ist darauf eingestellt, dass alles unendlich vorhanden ist. Weil die Realität bekanntlich anders aussieht, müssen wir uns ziemlich deutlich umstellen. In „Selbst denken: Eine Anleitung zum Widerstand“ fragt Harald Welzer: Können wir die Veränderung durch Gestaltung machen oder wird der Druck von außen so groß, dass wir nur noch reagieren können?

Nichts ist alternativlos

Um den verbleibenden Spielraum zu nutzen, sollten wir nicht auf Politiker warten. Die Phrase von der Alternativlosigkeit hält Welzer für gefährlich: „Wenn Politiker von Alternativlosigkeit sprechen, sprechen sie antidemokratisch. Demokratie ist der Sache nach eine Abwägung von Alternativen. In einer demokratischen Gesellschaft kann es nichts Alternativloses geben.“ Im Moment herrsche eine Diktatur der Gegenwart, in der aus aktuellen Problemen weitreichende Entscheidungen ableitet werden – ohne einmal darüber gesprochen zu haben, in welcher Gesellschaft wir eigentlich leben wollen.

Jeder hat einen Handlungsspielraum

Welzer betrachtet es als Privileg, in einer Gesellschaft mit demokratischen und sozialstaatlichen Prinzipien zu leben. Hier zu sagen: „Ich kann nichts machen“ ist für den Autor eine arrogante und bequeme Behauptung. Niemand von uns habe den Auftrag bekommen die Welt zu retten. Doch egal ob Schüler, Student, Arzt, Facharbeiter, Journalist oder Wissenschaftler: Jeder hat einen (unterschiedlich großen) Handlungsspielraum. „In einer Gesellschaft wie unserer – und das ist eine zivilisatorische Errungenschaft ohnegleichen – hat jeder die Möglichkeit in einem bestimmten Rahmen Dinge anders zu machen, als sie ihm vorgegeben werden.“

Folglich argumentiert Welzer positiv. So könne man sich eine Stadt ohne Autos vorstellen, weil sie öffentlicher Raum ist, nicht stinkt und niemand überfahren wird. Klimawandel, Apokalypse und Weltuntergang müssten dabei überhaupt nicht erwähnt werden. Man müsse die Argumentation also umkehren und sich fragen: In welcher Welt will ich eigentlich leben? Veränderung sollte von einem positiven Ansatz ausgehen.

Veränderung muss Spaß machen

In seiner Anleitung zum Widerstand stellt der Wissenschaftler 12 Regeln auf. Die letzte besagt, dass dieser Spaß machen muss um zu gelingen. Das habe einen einfachen psychologischen Grund: „Wenn man etwas tut und damit jemand anderen ansteckt, sprechen Psychologen von Selbstwirksamkeit. Das Gefühl: Ich habe etwas bewegen können ist eine angenehme Erfahrung. Wenn man einmal beginnt, etwas anders zu machen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man es auch in Zukunft anders macht. Und das geht tatsächlich nur, wenn man Spaß daran hat.“

Harald Welzer ist Direktor der gemeinnützigen Stiftung FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit in Berlin und Professor für Transformationsdesign an der Universität Flensburg . „Selbst denken Eine Anleitung zum Widerstand“ ist im Fischer Verlag erschienen und kostet 19,99 Euro.

Quelle: http://www.iplantatree.org/article/id/1550