"Etwas werden" oder einfach nur "sich selbst sein"?

Ein Satz, den ich immer wieder höre ist: „Aus meinem Kind soll später einmal etwas werden!“ Mir rollt es, alleine schon bei der Aussage „etwas“, die Fußnägel hoch. Was heißt das? Etwas! Ein Kind ist doch kein Ding. Ein Kuchen soll etwas werden oder ein Braten, aber doch kein Kind.

„Werden“ ist der zweite Begriff, der mich stutzig macht. Bei diesen Sätzen gewinnt das Kind permanent an Wertverlust. Ja, genau, einen Verlust kann man auch gewinnen. Wer ständig nur spürt, dass er nichts ist, sondern erst noch etwas werden soll, der kann unmöglich ein Selbstwertgefühl aufbauen.

[weiterlesen]

Advertisements

5 Kommentare zu “"Etwas werden" oder einfach nur "sich selbst sein"?

  1. Deine wohlmögliche Intension dazu in ehren. Aber natürlich wird ein junger Mensch erst was.

    Irgendetwas wird auf Jedem. Fragt sich nur was? zumal man es nicht oder erst viel später weiß. Tja, tja, die kid’s, … die kleinen Teufel und Ungläubigen. Dazu noch staatlich zu Frühsexualisiert. Teilweise sind gar nicht Deutschland und suchen die Stars!!! (etc.), was ja die Energie des Universums will … Weiß man ja in gebildeten Fachkreisen.

    • PS: Hab den Blog auf ´Maras-Welt.de´ gelesen. Nun ja „Halber Ring Gekochte“ würd‘ ich sagen. Denn, wirklich idealistisch gesehen ist es doch wirklich nen bißchen anders. Von den Bescheuertenmassenscheiße von „Studentinnen“ – übrigens was diese „werden“ da könnte ich nen paar nicht jugendfreie Bilder dazu posten – ist was ´idealistisch´, müssen die was ´lernen´? Können die dann dann ´was´? Werden und sind die dann was? Nämlich nichts anderes als das was se immer waren.

      Die Nummer mit der Frage: Was will ich werden? ist ja nun unvermeintlicht. … Aber denn mithin, man weiß ja was die anderen sind.

      -greetings-

  2. Was sein, was werden, das ist hier die Frage.

    Kinder kommen als Wunderbündel auf die Welt. Sie werden (hoffentlich) lieb gehabt, groß gezogen – und erst nach und nach beginnt man zu begreifen, wen man da an seiner Seite hat.

    Kinder überraschen uns oft mit ihrem wachsenden Intellekt, sie zeigen gerne mit bloßem Finger auf die offenen Wunden, die wir, die brav erzogenen Gesellschafter, gelernt haben zu ignorieren, sie saugen unser Wissen bei Bedarf auf und doch lernen wir selber von ihnen so unendlich viel:

    Nämlich das Glück des jeweiligen Moments.

    Sicher werden wir als kompaktes Wesen geboren, und trotzdem halte ich Bildung für unerlässlich. Je mehr einem Kind geboten wird (Kreativkurse, Sprachen, Sport, aber auch Spiel, Spaß und Sorglosigkeit, eine gute Schulbildung und ein heiles Leben) umso mehr kann ein Kind sein tatsächliches Potenzial überhaupt erst entwickeln und sich das Gehirn entfalten.

    Eine Pflanze kann noch so gute Gene haben. Ist sie nicht mit der Erde verwurzelt und wird sie nicht täglich gegossen und gehegt, geht sie irgendwann ein.

    Genauso ist das mit dem Menschen. Das ganzheitliche Heranwachsen ist somit das Optimale. Nicht nur schnödes Wissen, sondern auch praktische Erfahrungen wie Kunst und Musizieren, Matscheschlachten und Gemüseschnibbeln bringen gemeinsam mit einer gesunden Seele (nur ein Kind das glücklich ist und keinen Hunger hat, will etwas lernen) Intelligenz wie Intellekt gleichermaßen hervor. Und nur das hält die Menschheit letztendlich am Leben …

    Unser aller Zukunft ist die Bildung, Förderung und Erziehung unserer Kinder, damit sie werden können, was sie sind …

    Und doch ist die Bereicherung wechselwirksam:

    Wir können unser Wissen oder das anderer weitergeben …

    – und unsere Kinder bringen uns immer wieder zu der Wurzel zurück, die Gott und Leben heißt …

    LG 🙂

    • Liebe Maria,

      vielen Dank für den schönen Kommentar 🙂

      Bildung halte ich natürlich auch für wichtig, allerdings gibt es auch hier Eltern, die ihre Kinder in zig Kurse schicken und damit den sogenannten „Freizeitstress“ hervorrufen. Die Kinder kommen dann gar nicht mehr zur Ruhe und verlernen auch so, ihre freie Zeit kreativ selbst zu gestalten. Wenn sie immer alles vorgekaut bekommen (in Kursen, in der Schule) stirbt die Fähigkeit eigene Vorstellungen zu entwickeln. Die meisten, die etwas erreicht haben, z. B. in der Forschung, Wissenschaft oder Literatur, haben sich vom normalen Schulwissen abgekapselt, ja, es sogar verweigert. Sie sind durch ihre eigene Neugier und dem Drang, es wissen zu wollen und eine Antwort auf gewisse Fragen zu erhalten, so weit gekommen.

      Wer etwas tut, was er nicht will, geht automatisch in den Widerstand und das ist überhaupt nicht förderlich.

      Nena hat ja eine neue Schule in Hamburg:

      http://www.geo.de/GEOlino/mensch/nena-macht-schule-55571.html

      Tolles Konzept!

      Wir können nur hoffen, dass so etwas „Schule“ macht 🙂

      Ganz LG
      Mara

      • Hallo,

        war mir auch schon irgendwie klar, dass Du nichts gegen Bildung hast 🙂

        Es stimmt schon, viele Eltern verformen ihre Kinder auch und zwingen sie in eine Richtung, die vielleicht nicht kindgerecht ist oder nicht zum jeweiligen Kind passt.

        Von Privatschulen halte ich viel. Der Bedarf in Deutschland ist steigend …

        LG

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s