Claudia Langer: Die Generation Man-müsste-mal

Generation Man-müsste-mal

„Die Generation „Man müsste mal“ opfert ihre Kinder auf dem Altar des eigenen Egoismus. Sie ist die erste Generation, die nichts dafür tut, dass es ihre Kinder einmal besser haben als sie selbst. Das ist ein historischer Paradigmenwechsel.“
Claudia Langer

Man müsste mal … weniger Fleisch essen, langsamer fahren, weniger fliegen, zu Ökostrom wechseln und überhaupt keine Dinge kaufen oder tun, die … ja was? Das Leben unserer Kinder, ja unserer Enkel und Urenkel ruinieren. Denn sie werden uns fragen: Was habt ihr getan?

Claudia Langer rechnet in ihrem Erstlingswerk ab mit einer Generation, die aufgehört hat, von einer besseren Zukunft zu träumen, sondern sich ganz pragmatisch dem Lauf der Dinge und ihrem Phlegma hingegeben hat.

Tolle Seite, tolle Frau, das Buch hab ich noch nicht
gelesen, kommt aber auf meine ach solange Liste!

Und weil ich meistens Nägel mit Köpfen mache,
bin ich auch gleich Utopistin geworden und
habe einen Blog dort eröffnet, auf dem ich
Umweltbeiträge oder Beiträge über tolle Projekte
verlinken werde. Hier bleibt also alles, so wie es ist.

Utopia

Wer Claudia Langer ein bisschen näher kennenlernen möchte,
dem kann ich dieses Interview wärmstens empfehlen:

Utopia: Claudia, du hast ein Buch mit dem Titel „Die Generation Man müsste mal“ geschrieben. Wie kam es dazu?

Claudia: Das Buch ist eigentlich ein Aufschrei, weil ich mit wachsendem Entsetzen das Treiben um mich herum beobachte und mich täglich mehr frage, ob wir eigentlich noch alle Tassen im Schrank haben. Seit fünf Jahren machen wir jetzt Utopia und dahinter steht und stand die Hoffnung, dass Nachhaltigkeit doch eigentlich ein Selbstläufer sein müsste für jeden halbwegs reflektierten Menschen. Ich war ja früher sehr aktiv in der Umweltbewegung und habe daraus Einiges gelernt. Bei Utopia hatten wir uns fest vorgenommen, den Zeigefinger nicht zu heben, nicht zu moralisieren, sondern einzuladen und Alternativen aufzuzeigen.
Fünf Jahre später muss ich konstatieren, dass wir zwar viel erreicht haben, die Community wächst und Firmen uns zuhören und mit uns zusammen arbeiten. Aber das ist noch viel zu wenig. Der Lauf der Dinge zeigt immer noch in die völlig falsche Richtung. Als Mutter von drei Kindern kann ich da nicht länger zusehen. Es macht mich wahnsinnig, wenn ich die Zulassungsstatistiken von sogenannten Geländewagen lese, es macht mich wahnsinnig, dass alle fünf Sekunden völlig unnötigerweise ein Kind an Hunger stirbt, obwohl Geld und Lebensmittel für seine Rettung da wären. Alles, woran es fehlt ist unser aller Wille umzusteuern.
Das hat mich zunehmend belastet und darum habe ich sofort ja gesagt, als der Verlag wieder einmal angeklopft hat und mich mit großer Inbrunst an die Arbeit gemacht. Das hat mir gut getan, denn ich war in den letzten zwei Jahren wie ein Dampfkochtopf, in dem der Druck ständig gestiegen ist. Jetzt bin ich gespannt, ob ich mit dem Buch irgendetwas erreiche.

Utopia: Generationsbezeichnungen sind immer starke Pauschalisierungen. Ist die deine denn gerechtfertigt?

Claudia: Das denke ich schon. Natürlich trifft diese Klatsche auch Menschen, die das nicht verdient haben, aber meine Generation hat es mehrheitlich verdient. Wir sind eine phlegmatische Generation, die ihren Hintern nicht hochbekommt. Wir wissen genau, dass es so nicht weitergehen kann, aber wir wollen es nicht sehen. Nur noch 13 Prozent aller Bundesbürger glauben, dass ihre Kinder es mal besser haben werden, als sie selbst. Der Rest hat schon aufgegeben und das halte ich für einen Skandal. Wir treten damit das alte Prinzip der Vorsorge mit Füßen und haben klammheimlich einen historischen Paradigmenwechsel eingeleitet. Während alle Generationen vor uns darauf hingearbeitet haben, dass es die Nachfahren einmal besser haben werden, als sie selbst und dafür übrigens auch Einschränkungen in Kauf genommen haben, machen wir einfach die Augen zu und machen weiter wie immer. Der Burnout ist ja mittlerweile zur gesellschaftlich akzeptierten Diagnose geworden. Ich glaube, dass dieser Burnout auch die Folge unserer aktiven Verdrängungsleistrung ist. Denn tief in uns drin hat uns die Ahnung fest im Griff, dass das dicke Ende noch kommt. Und so wie Burnout in meiner Generation zunimmt, so nähert sich auch unser Planet dem Burnout.

Quelle und weiter:

http://www.utopia.de/magazin/claudia-langer-buch-generation-man-muesste-mal

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