Buchtipp: Die große Volksverarsche

Also, das hätte ich Hannes Jaenicke jetzt nicht zugetraut,
weil ich ihn auch nur als Schauspieler kenne.
Aber mutig, wirklich, denn er lässt die Katze wirklich
aus dem Sack und dokumentiert nicht nur die Zustände,
sondern bietet auch einen Leitfaden an. Wunderbar, denn
wir sollten uns nicht immer nur beschweren oder berichten,
wie Scheiße doch alles ist, sondern auch Alternativen
anbieten. Das ist es, was die Leute brauchen.

Und da ich hier einen Aufklärungs-Blog betreibe,
darf diese Buchempfehlung hier nicht fehlen.
Ich weiß noch nicht, ob ich mir dieses
Buch besorgen werde, aber es steht auf
meiner Liste, die schon relativ lange ist 🙂

Will McDonalds wirklich weniger fettleibige Kinder? Wünscht sich die Arzneimittelindustrie weniger Kranke? Der bekannte Schauspieler Hannes Jaenicke zeigt in seinem zweiten Buch „Die große Volksverarsche“, dass Unternehmen heutzutage selten im Interesse der Kunden handeln. Aber wir alle haben ein Gegenmittel zur Hand: unsere Verbrauchermacht.

Wir werden verarscht, nach Strich und Faden. Wir, das ist das Volk, die Bürger, die Konsumenten. Und die, die uns da zum Narren halten, das sind die Industrie und die Medien, während die Politik mehr oder minder tatenlos dabei zusieht. Die „Volksdroge Glotze“ spielt uns falsche Realitäten vor, die Autolobby verhindert die Ökowende auf der Straße, die Pharmaindustrie erfindet Krankheiten für Medikamente, usw. „Warum tun wir uns das an?“ fragt Hannes Jaenicke. Denn eigentlich stehen wir Konsumenten längst nicht so machtlos da, wie wir glauben.
Der Konsumenten-Navi – Ratschläge statt Resignation

Der Schauspieler spart in seinem zweiten Buch nicht an Kritik und Blicken hinter die finsteren Kulissen. Wie wenig Realität zum Beispiel an den beliebten Reality-Shows wie „Bauer sucht Frau“ dran ist, zeigen die Originalkopien eines Drehkonzepts und eines Knebelvertrags für Darsteller. Unkompliziert und drastisch wird der Alltag eines Finanzberaters geschildert, der unter hohem Erfolgsdruck der Bank und selten im Interesse seiner Kunden handelt. Trügerische Initiativen der Industrie wie die „Plattform Ernährung und Bewegung“ (PEB‘) entlarvt Jaenicke als Scheinformierung von McDonalds, Nestlé & Co. Warum soll ein Fast-Food Hersteller an gesunder Ernährung bei Jugendlichen interessiert sein? Immer wieder kommt der Autor auf das Bild des Einbrechers zurück, dem wir die Verantwortung für unsere Sicherheit gegeben haben.

Doch Jaenicke malt keineswegs ein apokalyptisches Bild unserer Gesellschaft um dann mit händeringenden Untergangsprophezeihungen das Handtuch zu werfen. Stattdessen beschwört er den „König Kunden“, „mal den Mittelfinger“ zu zeigen: „Jawohl, der Mob, gerne auch als Wutbürger beschimpft, ist mächtig. […] Durchdachter, qualitätsbewusster Konsum ist […] mittlerweile Bürgerpflicht.“ Der energisch, fast diktiert anmutende Fließtext wird immer wieder von „Konsumenten-Navi“-Boxen durchbrochen. In diesen gibt der Autor Tipps und hilfreiche, kurz zusammengefasste Informationen. Die Panikmache vor den Kosten der Energiewende entkräftet er zum Beispiel mit dem treffenden Hinweis, dass Atomenergie unterm Strich wesentlich teurer als erneuerbare Energien ist. Am Ende eines Kapitels reicht ein „Wegweiser“ weitere Informationen und konkrete Ratschläge für den Alltag. Jaenicke will mit diesem Buch eine Hilfestellung für Verbraucher geben, ihren Konsum zu überdenken und damit gezielt Firmen zu beeinflussen. Denn: „Wer weiß, dass er verarscht wird, hat die Freiheit gewonnen zu entscheiden, was er daraus macht.“

Quelle:

http://www.utopia.de/magazin/die-grosse-volksverarsche

Und hier gibt`s die Volksverarsche-Webseite,
die ich auch sehr interessant finde:

http://www.die-grosse-volksverarsche.de/

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11 Kommentare zu “Buchtipp: Die große Volksverarsche

  1. Vor einigen Tagen habe ich dazu auch einen Blogeintrag gemacht, allerdings nur sehr kurz. Ich halte von diesem Mann eine Menge. Es ist nicht das erste Mal, dass Hannes Jaenicke ein Problem beim Namen nennt. Er machte auch schon gute Dokus für das Fernsehen.
    Abgesehen davon, dass ich ihn auch als Schauspieler sehr mag.
    Habe noch einen schönen Abend. :wave:
    Gruß Karen

    • Ich mag ihn auch sehr als Schauspieler 🙂

      Das Schöne daran ist, dass die Deutschen ihn aus etlichen Filmen kennen und ihn auch mögen. Er ist ja schon ewig im Schauspiel-Business. Er kennt sich aus in dem Metier und ich kann mir vorstellen, dass er sehr gute Beziehungen hat.

      Und ich finde ihn authentisch. Was mir aber aufgefallen ist, es kommt immer wieder die Frage auf (auf seiner Webseite), wohin denn das Geld für das Buch fließt? Diese Frage finde ich mal wieder voll daneben. Es ist doch schön, wenn er daran verdient! Er hat sich ja auch die Arbeit gemacht und recherchiert (ich denke mal, dass er die Hauptarbeit geleistet hat) und das Buch geschrieben. Dann ist es doch mehr als Gerecht, wenn er die Kohle verdient und nicht wieder irgendein Großkonzern. Darum geht es doch in dem Buch. Manche haben nichts verstanden!

      Ganz LG
      Mara

      • Ja, das ist eben mal wieder typisch für unsere Gesellschaft. Wie Du schon schreibst, es ist vollkommen okay, wenn er auf diese Art und Weise seinen Lebensunterhalt verdient. Ich habe jedenfalls nichts dagegen.
        Auch ein Hannes Jaenicke hat Ausgaben, die er bestreiten muss…
        Und wir werden bestimmt noch eine Menge von ihm hören.
        Habe noch einen schönen Abend. :wave:
        Gruß Karen

    • Warum denn nicht? Darf er doch, er hat ja auch ein Buch geschrieben. Jeder Autor verdient Geld damit, indem er Bücher verkauft. Wieso soll ausgerechnet Hannes Jaenicke kein Geld verdienen?

  2. Naja, also mal im ernst, alles gut und schön, aber da deckt er nix neues auf. Jeder kommt dahinter, der sein Gehirn anschaltet.

    Wutbürger gut und schön, aber naja, dann könnte er sein Pamphlet auch kostenlos als download zur Verfügung stellen, anstatt es zu verkaufen, nech?

    Wie gesagt man muss NICHT auf jeden (seinen!) Zug aufspringen und das tue ich hiermit auch weiterhin nicht.

    • Tja, leider schaltet die Masse ihr Hirn nicht ein. Wozu auch, läuft doch alles super. Solange die Morgens noch ihre Bild-Zeitung kaufen können und Mittags RTL sein Schund-Programm laufen lässt, ist die Welt in Ordnung. Da ist es doch super, wenn einer, den die ja alle kennen, seinen Mund aufmacht und versucht aufzuklären.

      Was ich jetzt mal überhaupt gar nicht verstehe ist: Warum soll er sein Buch kostenlos zur Verfügung stellen? Weil es ein Aufklärungsbuch ist? Oder weil es Hannes Jaenicke geschrieben hat?
      Ich habe bestimmt ein halbes Dutzend Aufklärungsbücher und die haben alle etwas gekostet und das nicht mal wenig. Und wenn eine Daniela Katzenberger für ihre Biografie einen Arsch voll Geld verdient, dann frage ich mich, was Hannes Jaenicke verbrochen hat, dass er nicht an seinem Buch verdienen dürfte. Er hatte ja auch die Arbeit damit. Jeder Autor verdient Geld mit seinem Buch! Und mir ist lieber, er verdient das Geld, wie irgendein Großkonzern, der die Autoren mit Verträgen verarscht und den großen Reibach macht.

      Ich stelle mir bei allem die Frage: Schadet es mir persönlich? Und deshalb darf auch eine Daniela Katzenberger oder ein Dieter Bohlen ihr/sein Buch vermarkten, solange ich die Freiheit habe „nein“ zu sagen, berührt mich das wenig.

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